Fasten oder Entschlacken Sie auch?

Die Läden und Zeitschriften sind ja voll mit Tipps und Angeboten, um den Körper zu reinigen und abzunehmen und in den Frühling zu starten: Säfte, Ernährungs- und Bewegungstipps.

Als Christen begehen wir in den Wochen vor Ostern die Passionszeit und einige gestalten „7 Wochen ohne“ oder „7 Wochen mit“. Die einen verzichten bewusst auf etwas: den Kaffee am Morgen, das Glas Wein am Abend, die süßen Leckereien zwischendurch. Die anderen nehmen sich vor, täglich Sport zu treiben, mehr (in der Bibel) zu lesen, gelassener zu reagieren. Auch dazu finden sich Texte und Impulse, ob im Internet oder als Printversion.

Doch wozu das Ganze? Ich selbst „entlaste“ mich seit einigen Jahren in der Passionszeit, fange aber schon vor Aschermittwoch an und will eigentlich zu Ostern nie aufhören. Ich räume, schaffe mir Freiräume. Ich setze mir Prioritäten und genieße die Zeit einfach mal zu sitzen, nachzusinnen, auszuspannen. Ich entlaste mich von Dingen, die seit Jahren meine Regale füllen (Bücher, die ich nicht noch mal lese; Gewürze und andere Lebensmittel, die vor sich hin ablaufen; Kleider, die mir schon seit Jahren nicht mehr gefallen und im Kleiderschrank hängen). Ja, ich nutze die Wochen im Februar und März dafür mich zu entlasten, um Freiräume zu haben, durchzuatmen.

Wozu das Ganze? Um aufzuatmen! Luft zu haben! Leichter durchs Leben zu gehen! Da ist es nicht nur gut äußerlich zu räumen, auch innerlich: körperlich wie geistig. Da hilft es mir klar zu werden, was mir Orientierung und Halt im Leben und Sterben gibt. Da ist es gut zu überlegen, was mein Leben lebenswert macht. Und da hilft es mir zu unterscheiden, ob ich „nur“ abnehmen, oder auch abgeben will. Da hilft es mir mich zu konzentrieren und meinen Fokus auf Jesus zu lenken.

Jesus sagt: Kommt zu mir, alle die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet; ich werde sie euch abnehmen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. (Matthäus 11,28 +29).

Pastorin Claudia Sokolis