Rückwand

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Hauptsache ihr habt Frieden!

„Hauptsache ihr habt Spaß“ war das Motto der Werbekampagne einer  Elektronikmarktkette zu Weihnachten. Materielle Wünsche werden wahr, Illusionen gewagt und Geschenke gelingen in den Werbevideos  (Muss nicht immer vernünftig sein, aber das macht Spaß. Und wir helfen dabei.  So die Deutung der  Strategie.)

Wenn Christen Weihnachten feiern, wollen sie niemandem den Spaß verderben.  Wir haben uns den Spaß gemacht, auf diesen Slogan mit unserer Rückwand zu antworten mit „Hauptsache ihr habt Frieden.“   Spaß beiseite – Frieden ist der Slogan der Weihnachtsbotschaft im Lukasevangelium: „Ehre sei Gott in den Höhen und Friede auf Erden für die Menschen, auf denen sein Wohlgefallen ruht.“

Frieden heißt in der Bibel Schalom. Er ist  mehr als ein Kompromiss, mehr als ein „nicht mehr“ Krieg, Streit usw.  Er beschreibt gelingende Verhältnisse. Wir sind gewohnt, von Eskalation des Bösen zu reden. Wir erleben es fortwährend. Aber was wäre mit Eskalation des Guten, eben Schalom?  Hier und da kann man es erleben. Gutes tun löst Gutes aus. Ein befreiendes Lachen wirkt Lachen, das sich fortsetzt usw.  Aber es ist äußerst instabil.

Die Weihnachtsbotschaft wagt zu sagen: einmal wird Frieden sein, ganzer Frieden, ewige „Eskalation des Guten“. Weil  Gott dazwischengekommen ist. Weihnachten heißt für uns als Kirchengemeinde: Wir setzen drauf! Unser ganzes Leben!  Der ganze Frieden fängt unscheinbar an. Er kann schon dort anfangen, wo einer sich ungeschützt und ohne Vorsicht in Gottes Hände gibt.

 

Geschichte der Rückwand:

Es hat schon Tradition, dass täglich Tausenden von S-Bahn-Fahrern am S-Bahnhof Holstenstraße eine „Werbebotschaft“ auf der Kirchenrückwand der Evangelisch-Freikirchlichen Christuskirche in Hamburg-Altona ins Auge springt.

Seit Jahren wird die Rückwand der Kirchengemeinde bemalt. Stets wird bei der Gestaltung der Kirchenrückwand ein Motiv oder ein Spruch aus der Werbung aufgegriffen, um in etwas abgewandelter Form für Gott bzw. den Glauben „zu werben“.

Angefangen hat alles mit der Idee von Pastor Carsten Hokema, der die Werbung des benachbarten Musicalhauses „Phantom der Oper“ persiflierte. Der Slogan lautete „Kein Phantom, sondern Realität – Jesus Christus“.
Im Jahr darauf wurde die Bahncard-Werbung „Halber Preis fürs ganze Volk“ umfunktioniert zu: „Eintritt frei fürs ganze Volk“. 1996 wurde aus „Gib AIDS keine Chance“ einfach „Gib JESUS eine Chance“.

Auch die Werbung für die Telekom-Aktie wurde abgewandelt: „In Sie hat schon jemand investiert – Jesus Christus“. Als im nächsten Jahr die A-Klasse von Mercedes kippte, war auf der Kirchenrückwand zu lesen: „Machen Sie den Kirchen-Test – Christuskirche, die haut Sie um“.

Danach musste wieder die Telekom herhalten. Auf einem Querbalken in Pink war zu lesen „Quer durch Deutschland für alle erreichbar“. Daneben Albrecht Dürers „Betende Hände“ mit dem Schriftzug „Handy zum Nulltarif“.

Das Rückwandprojekt wurde von Pastor Manfred Kasemann weitergeführt zusammen mit wechselnden Teams.

Eine „Werbung“ für das Gebet. Im Jahr 2000 wurde auf der Rückwand das Thema Stromtarife aufgegriffen: „Manche glauben Strom ist gelb – Also in Glaubensfragen kennen wir uns besser aus.“. Daneben der Hinweis, dass man am Sonntag Strom sparen könne … wenn man zum Gottesdienst ginge.

2001 war der Slogan „Jesus. Was dagegen?“ in großen Lettern auf der Kirchenrückwand zu lesen.

Das ist provokant, und mancher wird etwas dagegen haben. Wir aber stehen dafür, dass Jesus der Anfänger und Vollender unseres Glaubens ist.

Unsere Rückwand im Winter 2002/03 nimmt die Werbung „Sind Sie ON?“ auf und antwortet mit Augenzwinkern: „Wir sind ON!“ Nämlich „sONntags im Gottesdienst“ und „ONline: www.christuskirche.de“.

Wie heute mit fast religiösen Inhalten geworben wird, zeigt der Kommentar der Firma, die diese große Werbekampagne gestartet hat: „ON-People sind Menschen wie du und ich. Mit Ecken und Kanten, aber gerade dadurch sympathisch und natürlich. Sie können sich für Dinge begeistern und glauben an sich und ihre Ziele. ON sein heißt, mit Leidenschaft seine Ziele verfolgen und dabei seinen eigenen Weg zu gehen. Nicht unbedingt immer schnurstracks geradeaus, sondern vielleicht auch mal auf anderen Wegen. ON sein heißt, Entschlossenheit zu zeigen, Grenzen zu überschreiten, Träume zu leben, niemals aufzugeben. Sind Sie ON?“

Die Resonanz auf die Rückwand ist erfreulich. So kommt es häufiger vor, dass Menschen aufgrund der Rückwand einfach mal den Gottesdienst besuchen und sich selbst davon überzeugen, ob hinter der Rückwand im Kircheninneren das zu finden ist, wofür auf der Rückwand „geworben“ wird. Wenn Ihnen eine Wand gefällt und Sie gerne ein Bild in höherer Qualität haben möchten um es bei Andachten, Einladungen oder sonstigen Gelegenheiten zu nutzen, dann können Sie sich gerne melden.