Kritik an undifferenzierter Studie zu elterlicher Gewalt

Wir lehnen Gewalt gegen Kinder nachdrücklich ab und verweisen auf die Information  unseres Bundes unter dem folgenden Link: Vereinigung Evangelischer Freikirchen setzt sich für Kindeswohl ein und auf die Stellungnahme unserer Hamburger Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, die im Bund Evangelischer Freikirchlichen Gemeinden organisiert sind, die wir hier wiedergeben:

„In der Sendung „NDR aktuell“ vom 23.04.2013, 14.00 Uhr, stellte der Norddeutsche Rundfunk die Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachen (KFN) zur Gewalt gegen Kinder in freikirchlichen Familien vor. (http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ndr_aktuell/media/ndraktuell13783.html). Die mangelhafte Differenzierung bei der Erforschung der hochkomplexen freikirchlichen Landschaft ist bereits in diversen Stellungnahmen angemahnt worden.

Unsere Kritik richtet sich sowohl an das KFN, das sich einer fahrlässigen Vereinfachung bei der Darstellung der freikirchlichen Szene schuldig gemacht hat, als auch an den NDR, der sich bei der Präsentation im Dickicht religiöser Terminologie heillos verheddert hat. „Freikirche“, „evangelikal“, „fundamentalistisch“ und gar „evangelisch-freikirchlich“ wurde geradezu synonym verwendet. Das gilt insbesondere für die Ankündigung des Beitrages auf der Seite www.tagesschau.de am 23.04.2013.

Zitat aus dem Beitrag: „Die Züchtigung mit der Rute – sie erscheint gerade in evangelisch-freikirchlichen Familien als gängige Erziehungsmethode.“

Die Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden in Hamburg (Baptisten) erheben nicht den Anspruch, die konfessionellen Besonderheiten einer kleinen Kirche müssten einem Journalisten sofort präsent sein. Sehr wohl aber legen wir Wert auf eine anständige Recherche. Eine solche hätte dazu geführt, dass die Autoren des Beitrages den Begriff „evangelisch-freikirchlich“ als Konfessionsbezeichnung identifiziert hätten.
Wir beklagen das Resultat: Die Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden werden in der Öffentlichkeit als Orte reaktionärer Erziehungsmethoden wahrgenommen. Die Baptisten in Hamburg gehören zum „Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland. K.d.ö.R.“

Gerade die Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden haben sich in der jüngsten Vergangenheit mit einer Kinder- und Jugendschutzkampagne  unter dem Namen „Auf dem Weg zur sicheren Gemeinde“ zu diesem Thema positioniert.www.sichere-gemeinde.de . Hier werden Eltern, ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter sowie PastorInnen und DiakonInnen intensiv zu Kinderrechten und Kindeswohlgefärdungen sowie Präventions- und Interventionsmöglichkeiten geschult, um aufzuklären und eine Theologie der Menschen- und Kinderrechte zu vertreten, zu lehren und somit den verschiedenen Arten von Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen vorzubeugen.
Die Evangelisch Freikirchlichen Gemeinden (Baptisten) in Hamburg distanzieren sich von jeglicher Gewalt. Die Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden in Hamburg distanzieren sich des Weiteren von einem Bibelverständnis, das zu solch inakzeptablen Disziplinierungsmethoden führt.

Wir bitten um Kenntnisnahme.

25.04.2013
Uwe Cassens, Pastor, Vorsitzender von „Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten) und Einrichtungen im Hamburger Verband (K.d.ö.R.)“