5. September 2020 | Berichte & Info, Start-News

Gedenktag!

Der 6.September ist der Gedenktag für den Täufer Jörg Blaurock.
Hans Rothkegel aus unserer Gemeinde gibt in diesem Video einen 4-minütigen Einblick in das Leben des ‚Billy Graham des 16.Jahrhunderts‘.

Hier geht es zum Video!

 

„Gedenktag Jörg Blaurock“

 

Der Schweizer Priester Jörg Blaurock wurde im Sommer 1524  dem Glauben gehorsam.
Er schloss sich der Reformation an. Er legte sein Priesteramt nieder. Er heiratete. Dadurch  galt Blaurock den Papstanhängern als Ketzer.Das Ehepaar zog nach Zürich. Zwingli war dort der führende Kopf der Reformation.
Noch eifriger als Zwingli trat Jörg Blaurock für eine Reformation nach dem NT ein. Er und andere Theologen fragten sich:  Wie wird ein Mensch zum Christen? Was ist Kirche?

Sie studierten das NT und die Schriften der frühen Christenheit. Sie lasen, dass die Menschen durch die Worte der Bibel und durch die Verkündigung des Evangeliums zum Glauben fanden. Und dass,   die zum Glauben gefunden hatten,   aufs Bekenntnis ihres Glaubens getauft wurden.  Sie lasen, dass so Kirche entstanden ist: die Gemeinschaft der Glaubenden.  Und alles ohne staatliche Mitwirkung, alles ohne staatlichen Zwang.

Das setzten sie im Januar 1525 in die Tat um. Jörg Blaurock bekannte seinen Glauben und war der erste Täufling, Sie gründeten eine Gemeinde.
Diese Gedanken kommen uns bekannt vor. Das ist auch unsere Einstellung. Jörg Blaurock ist quasi der erste Freikirchler

Das alles ging Zwingli zu weit.  Er wollte die Bekenntnistaufe/die Glaubenstaufe nicht einführen. Er wollte wie Luther an der Verknüpfung von Kirche und Staat festhalten. Auch Zwingli meinte, Druck und Zwang, wenn nötig auch die Todesstrafe,  könnten  nicht schaden, wenn es um die Reformation geht.

Die Papstanhänger, Zwingli und  Luther gaben  Reformatoren wie Jörg Blaurock  den Spottnamen „Wiedertäufer“: Doppelttäufer (Anabaptisten). Die sogenannten Wiedertäüfer wurden vom Papst, von Luther und Zwingli zu  Ketzern erklärt.

Jörg Blaurock, ein begnadeter Prediger des Evangeliums, quasi der Billy Graham des 16. Jahrhunderts, wurde am 06.September 1529 in Tirol als Ketzer verbrannt. Das ist auf den heute auf den Tag 491 Jahre her.

Deshalb erinnern wir uns heute an ihn, wie es auch in den anderen Freikirchen geschieht, die für die individuelle Religionsfreiheit und die Trennung von Kirche und Staat eintreten. Die auf das Bekenntnis des Glaubens die Taufe vollziehen. Die der Bibel in diesen Fragen den gebührenden Platz einräumen.

Die Wahrheit,  Ermunterung und Trost  fand Jörg Blaurock in der Bibel.  Er nannte sie: Das heilige Wort

Wenige Tage vor seiner grausamen Hinrichtung, dichtete er

„Herr, Gott! dich will  ich loben von jetzt bis an mein End, dass du mir gabst den Glauben durch den du mich erkennt dein heilges Wort sendst du zu mir welchs ich aus lauter Gnaden bei mir finde und spür“

 

(Text: Hans Rothkegel)