24. März 2020 | erlebt, Start-News, übergemeindliches

Erster ‚Gottesstreamst‘. Ein Bericht.

‚Gottesstreamst‘ – das neue Format unserer Gemeinde!  🙂

Mitte März hat unsere Gemeinde den letzten in der Corona-Zeit noch nicht mit Versammlungsverbot belegten Gottesdienst gefeiert und dabei gleich vorsorglich auch schon mal probe-test-versuchsweise-man-kann-es-ja-mal-probieren den Gottesdienst gestreamt (’streamen‘ wird je nach Herkunft und  eigens erfahrenem Englischunterricht unterschiedlich ausgesprochen. Das ‚Schtriiiiiemen‘ des Tagesschausprechers Jan Hofer bildet jedoch eine interessante Variante ….).
Wir hatten am 22.März also schon ein wenig Vorerfahrung… .

Für den  ersten richtigen ‚Stream-Gottesdienst‘ war jedoch so einiges an Vorarbeit nötig.. Rechtliche Fragen musste geklärt, technische Probleme gelöst und inhaltliche Punkte besprochen werden. Hinzu kam die Tatsache, dass zu Beginn der Woche klar geworden war, dass es Sinn machen würde, wenn mehrere Hamburger Gemeinden zusammenarbeiten würden. Geteilte Arbeit ist halbe Arbeit.

Im Fall des ersten Gottesstreamstes  haben wir die Arbeit sogar unter mehreren Gemeinden gefünftelt: Altona, Grindel, Eimsbüttel, Ottensen und Hamm. Die Hauptarbeit – und das, obwohl er dann während des Streams nicht einmal vor der Kamera zu sehen war – wurde jedoch von einer Person geleistet:  Jonas Eisenmann  aus unserer Gemeinde war Computer-, Kamera-, Ton-, Beamer-, Design- und noch- vieles- andere- mehr-Mann in einer Person. Er hat zB auch dafür gesorgt, dass das quer über den Hof unserer Kirche gespannte Lankabel für eine bessere Qualität beim Streamen gesorgt hat.

Die inhaltliche Vorbereitung lief reibungslos. Via Gemeinde-Cloud waren alle Beteiligten immer auf dem neuesten Stand der Planungen und konnten sich im Streaming-Chat bestens austauschen.

Am Sonntag ging es dann um 8:30 Uhr los: Die beiden Musiker erschienen, um sich aufeinander einzustellen, bzw. um sich einzustimmen. Kurz danach war Jonas Eisenmann präsent und um kurz nach 10 waren dann alle 6 am Gottesdienst Beteiligten anwesend. Eine kurze Besprechung machte den Anfang.

Wichtig war uns, dass wir nicht etwa einen Gottesdienst für die Kamera machen. Möglichst perfekt möglichst ohne Fehler.  Dazu haben wir weder die Ausrüstung noch die passenden Personen. Wir entschieden uns, bei Einhaltung des geforderten Abstands zueinander, einen Gottesdienst zu sechst zu feiern und ‚einfach die Kamera mitlaufen zu lassen‘. Und so haben wir es dann auch gemacht.

Natürlich war es etwas seltsam, mit nur sechs Leuten Gottesdienst zu feiern. Jedoch – und das muss man auch mal bedenken – so manchen Kirchengemeinden geht das Sonntag für Sonntag so. Wo ist also das Problem?

Der erste gestreamte Gottesdienst klappte so gut oder so schlecht wie jeder andere Gottesdienst auch. Die Beteiligten haben sich gefreut, dass sie mitgemacht haben. Als der Segen dann gesprochen war und alle etwas ruhiger wurden,  machte sich Dankbarkeit im Kirchenraum breit. Vor allem darüber, dass technisch wohl alles geklappt hatte.

Erste digitale Reaktioen trafen kurz nach dem Gottesdienst ein. Darüber haben sich die Beteiligten natürlich gefreut. Insgesamt waren es wohl so um die 200 Leute, die beim Gottesdienst an ihren Bildschirmen dabei waren.

Zwei Tage nach dem Gottesstreamst erhielt Carsten Hokema einen Brief, in dem sich eine Seniorin für den gestreamten Gottesdienst herzlich bedankte. Sie habe ihn an ihrem Smartphone verfolgt. Ob sie dabei auch an das Lied ‚Wie ein Stream von oben aus der Herrlichkeit‘ gedacht hat, hat sie nicht geschrieben … .

Tja, auch manche Senioren sind im digitalen Zeitalter angekommen. Diejenigen, die keinen Zugang zum Internet haben, sollten wir anrufen. So wie früher. Denn auch von Telefon zu Telefon kann man ‚streamen‘. Streamen meint  ja  ‚strömen, fließen lassen‘. Gutes, Freundliches, Liebevolles und  Fürsorgendes fließen lassen geht ja auch mit guten Worten am Telefon.